Wie prägen intelligente Informationen unsere Zukunft?
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Wie prägen intelligente Informationen unsere Zukunft?

Der ii-Blog (intelligent information blog der tekom) hat zur Blogparade aufgerufen. Thema: Wie prägen intelligente Informationen unsere Zukunft? – Melanie Kunas von DOCUFY skizziert ihre Zukunftsszenarien.

Roboter, die Pflegeaufgaben übernehmen. Computer, die vollkommen autonom Fußballspielberichte verfassen, mit Aktien handeln oder juristische Zweifelsfälle klären – was vor wenigen Jahren noch nach einem Hirngespinst klang, ist heute längst Realität. Wie geht es weiter mit Industrie 4.0, Künstlicher Intelligenz und Robotik?  Und wie könnte mein typischer Alltag in der digitalen Zukunft aussehen?

Meine tägliche Digital-Routine

Schon heute nutzen wir intelligente Informationen im Kontext von Digitalisierung, Big Data und Robotik. Und diese Entwicklung hat große Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. Viele Unternehmensvertreter und Wissenschaftler sind optimistisch: Sie sehen die technologischen Möglichkeiten als Chance für bessere Arbeitsbedingungen für viele.

Ich habe einen ganz normalen Bürojob. Vielleicht habe ich zu viele Science-Fiction-Filme gesehen, aber stelle mir vor, dass ich in Zukunft im „virtuellen Büro“ arbeite. Zwar sitze ich zuhause, aber dank VR-Brille sind meine Kollegen und ich trotzdem in den Büroräumen „anwesend“. Telefonkonferenzen, die hauptsächlich aus Sätzen wie: „Wie bitte? Es rauscht so, ich verstehe Sie kaum!“ bestehen, sind passé. Der Verkehr in den Großstädten und sogar der Flugverkehr nimmt deutlich ab, denn viele machen es wie ich. Und wenn ich doch mal in die Stadt muss, nehme ich einen selbstfahrenden Elektrostadtbus.

Intelligente Information als Grundlage für die Produktionsstätte von morgen

Aktuelle Trends wie Digitalisierung und Industrie 4.0 beeinflussen schon heute viele Lebensbereiche, im Privaten wie im Beruflichen. Der Schmierstoff für die digitalisierte Welt sind intelligente Informationen. Das sind Informationen, die so mit Metadaten angereichert sind, dass sie besser verfügbar und aussagefähiger werden. Sie sind unerlässlich, wenn der Informationsnutzer die richtige Information im Kontext seiner aktuellen Nutzung quasi automatisch finden können soll. Gelingen kann die Erstellung intelligenter Information mit dem Konzept des Informationsraums.

In der Industrie sind heute fast alle Bereiche mit digitaler Technik versehen, bestückt mit intelligenter Information. Zusammengefasst wird diese Entwicklung unter dem Begriff Industrie 4.0. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass in der Fabrik der Zukunft alle Maschinen, Computer und Roboter intelligent miteinander vernetzt sind, Stichwort: Smart Factory. Sie soll die Produktion eigenständig, autonom und individualisiert regeln. Viele Unternehmen nutzen Industrie-4.0-Anwendungen, wie Sensorsysteme, Big-Data-Analysen oder 3-D-Druck schon heute. Einige Beispiele gibt es auf dieser Landkarte. Werden diese Systeme miteinander verknüpft, wäre die nächste Stufe der Digitalisierung erreicht.

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt

Das heißt, in naher Zukunft kann ich mir nicht nur mein Auto und meinen Sportschuh nach Lust und Laune individuell konfigurieren, sondern nahezu alle Konsumgüter, die mich umgeben: meinen Kühlschrank, mein Hemdblusenkleid, mein Smartphone. Und weil alle meine Geräte miteinander kommunizieren, weiß mein Kühlschrank vom Smartphone, wo ich meine Hafermilch am liebsten kaufe und bestellt schon mal Nachschub. Mein Smartphone weiß von der Waschmaschine, dass ich lange nicht mehr laufen war und ermahnt mich zu mehr Bewegung. Mein Wäschetrockner bestellt eigenständig ein neues Flusensieb. Meine Spülmaschine schickt mir eine Übersicht der zugeführten Nährstoffe aufs Telefon, die sie aus den Essensresten auf den Tellern berechnet, farblich gekennzeichnet mit der Nährstoffampel: Grün: alles in Ordnung; Rot: alles Mist. Manchmal spüle ich lieber von Hand…

Na gut, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben und auch beängstigend. Aber tatsächlich ist es so, dass die Entwicklung hin zur Smart Factory vorangetrieben wird durch das Kaufverhalten der Konsumenten. Der Anteil der individuellen Produkte wird immer größer. Die Losgröße Eins, also das individuelle Produkt, ist die Norm geworden. Ein Unternehmen, das das nicht bedienen kann, ist insbesondere in hochentwickelten Ländern nicht mehr konkurrenzfähig. Die Automatisierungstechnologie, aufgerüstet mit künstlicher Intelligenz, könnte die Herausforderung der individualisierten Produktion lösen.

Künstliche Intelligenz als Motor für die Industrie 4.0

Weil Computer und Roboter immer mehr Aufgaben erledigen, ist die Arbeitszeit grundsätzlich und bei jedem auf 20 Stunden verkürzt – und das bei gleichem Lohn. Nachmittags habe ich frei und kann mich meinen Hobbies widmen: Origami in Japan, Kochen in Paris – VR macht’s möglich.  Wenn meine Kinder bei ihren Hausaufgaben nicht weiterkommen, fragen sie Siri. Die liefert nicht einfach die richtigen Ergebnisse, sondern weiß, wo Wissenslücken sind und bietet Material zum Wiederholen und Nacharbeiten.

Weil Kinder sich auch in der Realität bewegen müssen, fährt sie unser Wasserstoff-Auto autonom am Nachmittag zum Fußball (der Fußball stirbt nie!) und Hockey. Die Musiklehrerin kommt allerdings nicht persönlich vorbei, Übungsstunden finden im virtuellen Raum statt. Und wenn sie einmal keine Zeit hat, übt eben Siri mit den Kindern Geige und Klarinette.

Computerprogramme, die in der Lage sind, besonders komplexe Informationen zu verarbeiten und die sogar dazu lernen können, gibt es längst. Sie gewinnen jedes Schachspiel, komponieren Musikstücke oder entdecken Tumore auf Röntgenbildern. Zusammengefasst werden diese Computerprogramme als Künstliche Intelligenz (KI). Schon heute spielt KI eine große Rolle: bei Sprachassistenten wie Siri und Alexa, intelligenten Bremssystemen oder auch bei Pflege-Robotern. Die schnellen Fortschritte im Bereich KI sind auf „Big Data“ zurückzuführen. Das sind enorme Datenberge, die dazu genutzt werden können, lernende Systeme zu trainieren und zu optimieren.

Immer mehr Unternehmen investieren in autonome Systeme, z.B. in Prozessketten für die Produktion oder in Roboter. Die Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und das rasante Wachstum der digitalen Technologie sind die Bedingungen dafür, dass die Industrie 4.0 kein Luftschloss ist, sondern die tatsächliche Zukunft unserer Arbeitswelt.

Schöne neue Welt?

Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir die Szenarien eher Angst oder Hoffnung machen. Ich glaube, die Entwicklung (abgesehen von meinen Sci-Fi-Hirngespinsten 😊) ist nicht mehr aufzuhalten. Und es ist an uns, das Beste aus den neuen Technologien machen: Vielleicht trägt Industrie 4.0 dazu bei, den Fachkräftemangel aufzufangen. Vielleicht schafft die Digitalisierung nicht nur Raum für Gewinn- und Prozessoptimierung, sondern auch für Kreatives und Soziales. Das jedenfalls ist eine schöne Vorstellung!

Wie Informationen in Ihrem Unternehmen schnell intelligent werden und die Digitalisierung gelingen kann, lesen Sie hier und hier. Und wie die Abteilung Technische Dokumentation damit umgeht, steht hier.

Und was meinen Sie? Haben Sie sich auch schon Gedanken gemacht über die Arbeitswelt von morgen? Machen Sie sich eher Sorgen? Sehen Sie eher Chancen?

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Melanie Kunas

Melanie Kunas studierte Anglistik und Germanistik in Köln. Sie arbeitet seit 2015 als Mitarbeiterin im Marketing für DOCUFY.

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